Liebe Frau Brigitte Büchner,
(Hier können Sie Ihre persönlichen Angaben ergänzen.)
gerade komme ich von einem internationalen Planungstreffen zurück, wo unser indischer Kollege um dringende Hilfe gebeten hat. Die indische Firma TATA plant den Bau eines der größten Tiefseehäfen in Südasien. Der Bauplatz für das sogenannte Dhamra Hafenprojekt ist denkbar ungünstig gewählt: Er liegt weniger als 15 Kilometer von den Brutstränden der Oliven Bastardschildkröten entfernt.
Jedes Jahr zwischen November und Mai schwimmen Hunderttausende dieser Schildkröten zur Fortpflanzung in die Küstengewässer des indischen Bundesstaates Orissa. Anschließend kommen die Weibchen zur Eiablage an Land. Diese Massenvermehrung wird "Arribada" genannt und ist ein Naturwunder unserer Erde.
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| Jedes Jahr kommen Hunderttausende Schildkröten an den Strand von Orissa, um sich fortzupflanzen. (c) Bivash Pandav / Greenpeace |
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Greenpeace Indien kämpft seit Jahren für den Schutz der Oliven Bastardschildkröte. Der Bestand ist bereits akut bedroht, weil Tausende Tiere in Fischernetzen ertrinken. Der geplante Hafen, wo zukünftig 80 Millionen Tonnen Waren jährlich umgeschlagen werden sollen, stellt nun eine neue Gefahr dar. Denn er grenzt direkt an den Bhitarkanika National Park, in dem sich die Brutstrände der Schildkröten im Gahirmatha Schutzgebiet befinden.
Der 1998 gegründete Bhitarkanika National Park ist das zweitgrößte Mangroven-Ökosystem Indiens. Dort findet sich - neben 215 Vogel- und 70 Mangrovenarten - die größte Salzwasserkrokodil-Population in Indien. Im Gebiet des geplanten Hafens fanden Wissenschaftler die unter Artenschutz stehenden Pfeilschwanzkrebse, die diese Region ebenfalls als Brutplatz nutzen. Auch entdeckten die Forscher seltene Schlangen- und Amphibienarten, von denen einige noch nie vorher in Orissa bzw. in Indien beobachtet wurden.
Der Hafenbau ist eine riesige Gefahr für alle hier vorkommenden Arten. Auch der damit einhergehende Einsatz von Baggern, der Baulärm sowie das Risiko durch Öl- und Chemikalienverschmutzung bedroht die Umwelt; ganz zu schweigen von der Urbanisierung der Umgebung, die ein solches Bauprojekt nach sich zieht. Aber: Der Bau befindet sich noch im Anfangsstadium - er kann noch gestoppt werden!
Greenpeace Indien hat das Bauvorhaben gegenüber TATA mehrfach angesprochen. Wenn es Beweise für die besondere, ökologische Bedeutung des Gebietes gäbe, würde TATA sein Vorhaben überdenken, so hieß es. Die Beweise liegen vor, aber TATA will von seinen Versprechungen nichts mehr wissen.
Deshalb wollen unsere indischen Kollegen TATA nun über das Image packen, welches der Konzern für sich und seine Tochterunternehmen etablieren will. Schließlich steht für die TATA Gruppe als einer der größten Konzerne Indiens einiges auf dem Spiel: Wenn es gelingt, Proteste aus aller Welt gegen das Bauvorhaben zu mobilisieren, wird sich die Konzernleitung eventuell anders entscheiden.
Deshalb meine Bitte: Schreiben Sie an die Geschäftsführung der TATA Consultancy Services (TCS) in Frankfurt. Fordern Sie sie auf, sich beim indischen Mutterkonzern für den Stopp des Hafenprojektes einzusetzen. Damit das Image von TATA in Deutschland nicht nachhaltig geschädigt wird. Und damit der Hafen nicht am derzeit geplanten Ort gebaut wird. Die Baumaßnahmen müssen sofort beendet werden.
Vielen Dank für Ihre Hilfe - auch im Namen meiner indischen Kollegen.
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Corinna Hölzel
Greenpeace-Expertin für Artenschutz
(c) Linda Putzenhardt/Greenpeace |
p.s. Bitte informieren Sie auch ihre Freunde und Bekannten und fordern Sie diese auf mitzumachen.
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