Massagen
Die Massagetherapie, d.h. die Manipulation der Weichgewebe des Körpers, ist eine der ältesten Therapieformen. Deshalb verwundert es, daß sie bei Tieren bisher nicht häufiger angewendet wurde, obwohl so viele physiologische Probleme der Tiere denen der Menschen ähneln und bereits mit ähnlichen Medikamenten und Therapien behandelt werden. Massagen können, je nachdem wie sie durchgeführt werden, belebend oder entspannend auf die Muskulatur bzw. den gesamten Körper wirken. Zusätzlich können gezielt Akupressurpunkte stimuliert werden, die sowohl auf den Bewegungsapparat als auch auf Organe einwirken.
Im massierten Gebiet kommt es zu einer Stoffwechselanregung mit beschleunigter Bindegewebsentschlackung sowie einer Reinigung und Ausleitung über die Lymphe und das venöse Blut (Drainage). Eine Durchblutungssteigerung bringt frischen Sauerstoff in blockierte Gewebebezirke und befreit von Stauungen und Myogelosen. Der Zellstoffwechsel reaktiviert sich, wodurch unnötige Ballaststoffe durch die angeregten Körpersäfte abgeführt und dadurch Schmerzen und Versteifungen gelindert werden. Eine Ganzkörpermassage regt den gesamten Kreislauf, die Atmung, Verdauung und Ausscheidung (die Tiere entleeren sich häufig hinterher) sowie das Muskel- und Nervensystem an.
Die Einsatzgebiete der Massagetherapie sind sehr vielfältig, z.B. haben unklare Lahmheiten bzw. ein „unsauberer Gang“ bei Pferden oft Muskelverspannungen als Ursache. Die Gründe hierfür können sein eine zu große oder falsche Belastung im Sport, ein nicht gut angepaßter Sattel, schlechter Sitz des Reiters etc.. Auch Arthrosen und Gelenkerkrankungen wie z.B. Hüftgelenksdysplasie, Wirbelsäulenerkrankungen wie z. B. die sogenannte Dackellähme (selbst wenn schon eine vollständige Lähmung eingetreten ist) reagieren sehr gut auf Massagen, besonders in Verbindung mit Übungen, welche die Muskulatur aufbauen sowie mit Magnetfeldtherapie. Muskelverspannungen durch Fehl- und Schonhaltungen nach z.B. Operationen, Knochenbrüchen oder längerer Ruhigstellung können ebenfalls gut „wegmassiert“ werden. Bei alten Tieren wirken Massagen oft geradezu wie ein „Jungbrunnen“.